Root Beer ist eine alkoholfreie Limonade aus den USA – trotz des Namens hat sie mit Bier nichts zu tun. Ihr Geschmack polarisiert wie kaum ein anderes Getränk: Die einen lieben die Mischung aus Vanille, Lakritz und Kräutern, die anderen finden, sie schmecke nach Zahnpasta. Beides ist nachvollziehbar, und dieser Text erklärt, woran das liegt.
Was genau ist Root Beer?
Root Beer ist ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk, das ursprünglich aus der Wurzelrinde des Sassafrasbaums gebraut wurde – daher der Name („root" = Wurzel). Der Apotheker Charles Hires stellte 1876 die erste kommerzielle Mischung vor. Damals war das Getränk ein Hausmittel, das als „Wurzelbier" leicht vergoren wurde und geringe Mengen Alkohol enthielt.
Heute wird kein Sassafras mehr verwendet: Der darin enthaltene Aromastoff Safrol gilt seit 1960 in den USA als bedenklich und ist als Lebensmittelzusatz nicht mehr zugelassen. Moderne Rezepturen arbeiten mit safrolfreiem Sassafras-Extrakt oder mit einer Aromamischung, die den Charakter nachbildet.
Wonach schmeckt Root Beer?
Der typische Geschmack entsteht aus einer Kombination von Wintergrün, Vanille, Lakritz, Anis, Zimt und Muskat, abgerundet durch viel Süße und eine sehr feine Kohlensäure. Süßholz und Vanille geben die Basis, Wintergrün die charakteristische kühle Note.
Genau dieses Wintergrün ist der Grund, warum viele Deutsche beim ersten Schluck an Mundwasser oder Zahncreme denken: Der Aromastoff Methylsalicylat wird in Deutschland fast nur in Pflegeprodukten und Salben verwendet, in den USA dagegen auch in Süßwaren und Getränken. Das Aroma ist identisch – nur die Erwartung ist eine andere. Wer es ein zweites Mal probiert, schmeckt meist deutlich mehr Vanille und Karamell heraus.
Ist in Root Beer Alkohol?
Nein. Handelsübliches Root Beer ist alkoholfrei und wird in den USA auch an Kinder verkauft. Der Name stammt aus der Zeit vor der Prohibition, als das Getränk tatsächlich schwach vergoren wurde. Eine Ausnahme sind ausdrücklich als „Hard Root Beer" gekennzeichnete Produkte – die gibt es bei uns nicht im Sortiment.
Ist Root Beer das Gleiche wie Malzbier?
Nein. Malzbier entsteht aus gemälzter Gerste und schmeckt malzig-brotig. Root Beer wird nicht gebraut, sondern aus Aromen, Zucker und Wasser hergestellt; die Geschmacksrichtung geht in Richtung Vanille und Kräuter. Auch mit Ginger Beer hat Root Beer nichts gemein – das ist scharf-ingwerig und wird oft für Cocktails verwendet.
Root Beer Float – das amerikanische Original
Der Klassiker besteht aus zwei Zutaten: eine große Kugel Vanilleeis in ein hohes Glas geben und langsam mit eiskaltem Root Beer aufgießen. Durch das Eiweiß in der Sahne bildet sich eine dichte Schaumkrone, die an ein Bier erinnert – daher der zweite Name „Black Cow". Wichtig ist, das Root Beer gut gekühlt und langsam einzugießen, sonst schäumt das Glas über.
Welche Marken gibt es?
- A&W – seit 1919, die bekannteste Marke, betont vanillig und mild. Koffeinfrei.
- Barq's – seit 1898, schärfer und herber im Abgang. Die einzige große Marke mit Koffein.
- Mug – gehört zu PepsiCo, sehr süß und cremig, koffeinfrei.
- Bundaberg – australische Variante, gebraut und deutlich weniger süß.
Wo bekommt man Root Beer in Deutschland?
Im normalen Supermarkt so gut wie nie: Rewe, Edeka und Kaufland führen Root Beer allenfalls zeitweise in der Amerika-Aktionswoche. Verlässlich bekommt man es über Importhändler – bei uns stehen A&W Root Beer, A&W Cream Soda und Mug Root Beer als Einzeldosen und im 12er-Pack im Regal, mit deutscher Kennzeichnung und ausgewiesenem Pfand.