Kwas, Halva, Sprotten: Osteuropäische Spezialitäten erklärt

15.08.2026 / Magazin / Kommentare 0

Wer zum ersten Mal vor einem osteuropäischen Regal steht, erkennt die Hälfte nicht. Bei Schokolade und Chips hilft das Bild auf der Packung weiter, hier selten: Kwas, Halva, Rassolnik und Gretschka sagen einem deutschen Einkäufer erst einmal nichts. Dabei ist das meiste davon einfache, gut lagerfähige Alltagsküche. Wir gehen die wichtigsten Waren durch.

Kwas – Malzgetränk, kein Bier

Kwas ist das älteste Alltagsgetränk der Region: traditionell aus Brot oder Malz vergoren, leicht säuerlich, malzig, mit wenig Süße. Die klassische Herstellung ist eine Gärung, weshalb bei handwerklichem Kwas Spuren von Alkohol entstehen – die handelsüblichen Abfüllungen liegen so niedrig, dass sie als Erfrischungsgetränk gelten.

Der Dovgan Craft Kwas mit Kümmel steht als „Malzgetränk mit Kümmel, pasteurisiert" auf dem Etikett. Im Grundstoff stecken Roggen und Gerstenmalz-Extrakt, dazu 0,28 % Kümmel – das ist die Würznote, die den Unterschied zu einer gewöhnlichen Malzlimonade ausmacht. Wer glutenfrei isst, muss hier passen: Roggen und Gerste sind ausdrücklich deklariert.

Getrunken wird Kwas eisgekalt, im Sommer auch als Grundlage für Okroschka – eine kalte Suppe aus Gurke, Radieschen, Kartoffel und Ei, über die einfach Kwas gegossen wird.

Baikal – die Kräuterlimonade

1973 in Moskau entwickelt, gedacht als eigene Antwort auf die westlichen Colas: Baikal wurde ursprünglich mit Auszügen aus Johanniskraut, Süßholz und Taigawurzel gebraut. Weil Johanniskraut in der benötigten Menge nie zu beschaffen war, wich die Produktion früh auf Schwarztee und andere Auszüge aus.

Beim Dovgan Baikal 1,5 L lohnt der Blick aufs Etikett: Es ist ein „Erfrischungsgetränk mit Kräutergeschmack", die Würze kommt aus Aroma, gesüßt wird mit Zucker und Aspartam. Mit 19 kcal je 100 ml liegt es deutlich unter einer normalen Limonade. Der Geschmack bleibt der bekannte – harzig-kräuterig, mit einer Bitternote, die an Wurzeln erinnert.

Halva – Süßware aus Sonnenblumenkernen

Halva kennt man aus dem Nahen Osten meist aus Sesam. Die osteuropäische Variante wird aus Sonnenblumenkernen gemacht, und das schmeckt man: dunkler, nussiger, weniger blumig. Die Dovgan Halva in der 550-g-Dose besteht zu 60 % aus gerösteten Sonnenblumenkernen und kommt aus der Ukraine.

Eine Zutat fällt auf: Seifenkrautextrakt. Das ist kein Zusatz im heutigen Sinn, sondern das traditionelle Mittel, mit dem die Masse aufgeschlagen wird – es sorgt für die typische faserige, blättrige Struktur, die sich mit dem Löffel abziehen lässt. Halva ist gehaltvoll: 571 kcal je 100 g, 40 g Fett. Man isst es in kleinen Stücken zum Tee, nicht als Riegel.

Sprotten aus der Dose

Geräucherte Sprotten in Öl sind in Osteuropa das, was hier die Ölsardine ist – nur mit ausgeprägterer Räuchernote. Die Riga-Sprotten von Dovgan Prestige stehen für die baltische Machart: kleine Fische, kräftig geräuchert, dicht in die Dose gelegt. Es gibt sie in 120 g und 160 g.

Serviert wird klassisch als Butterbrot: dunkles Brot, Butter, Sprotte, eine Scheibe Ei oder Gurke, etwas Dill. Wer den deutschen Vergleich sucht, findet ihn bei den Kieler Sprotten in Rapsöl – dieselbe Idee, mildere Räucherung.

Die drei Suppen: Borschtsch, Soljanka, Rassolnik

Alle drei kommen fertig im Glas und unterscheiden sich klarer, als der erste Eindruck vermuten lässt:

  • Borschtsch – die bekannteste. Rote Bete gibt Farbe und erdige Süße, Weißkohl die Substanz. Gehört mit einem Löffel Schmand serviert.
  • Soljanka – die säuerlich-herzhafte. In der DDR wurde sie zum Gaststättenklassiker. Wer sie kräftiger mag, gibt Wurst oder Speck dazu.
  • Rassolnik – die unbekannteste und die eigenwilligste. Ihr Kennzeichen sind Salzgurken und ihre Lake, dazu Kartoffeln und Graupen. Das ergibt eine salzig-säuerliche Suppe, die es so in der deutschen Küche nicht gibt.

Gretschka und die anderen Grützen

Buchweizen – auf Russisch Gretschka – ist in Osteuropa Grundnahrungsmittel, nicht Trendgetreide. Geröstet und gekocht wird er zur Beilage wie hier Kartoffeln, mit Butter, Zwiebel und Ei auch zur eigenständigen Mahlzeit. Botanisch ist Buchweizen kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, und damit von Natur aus glutenfrei.

Eingelegtes und Würzsaucen

Milchsauer eingelegtes Gemüse ist in der Region kein Trend, sondern Vorratshaltung. Die Salzgurken von WaldiBen tragen es im Namen: ogórki kwaszone heißt „gesäuerte Gurken" – gesäuert durch Gärung in Salzlake mit Dill, Knoblauch und Meerrettich, nicht durch Essig. Das schmeckt milder und runder als eine Gewürzgurke.

Dazu kommen die Saucen, die dem Essen Schärfe und Süße geben:

  • Adgika – scharfe Würzpaste aus Tomate und Paprika, kaukasischer Herkunft. Passt zu Fleisch und zu Kartoffeln.
  • Lutenica – die bulgarische Variante: Paprika und Karotte, pikant, aber milder als Adgika.
  • Letscho – Paprikastücke in Tomatensauce, in Ungarn und Polen zuhause. Eher Gemüsebeilage als Sauce.
  • Sauerkraut von Cmak und Sauerkraut nach osteuropäischer Art – kleiner geschnitten und säuerlicher als die deutsche Variante.

Süßes zum Tee

Zum Tee gehört in Osteuropa Gebäck, das nicht zu süß ist – und gezuckerte Kondensmilch, die es dafür umso mehr ist.

Und zum Knabbern

Sonnenblumen- und Kürbiskerne sind in Osteuropa das, was hier Chips sind. Geröstet und gesalzen werden sie aus der Tüte gegessen – die Kürbiskerne von Cmak gibt es in der 300-g-Packung, die Sonnenblumenkerne in der kleinen Tüte für unterwegs.

Das gesamte Sortiment finden Sie unter Dovgan. Wer sich für die Hausapotheke der Region interessiert – Propolis, Kräutertropfen, Thymiansirup –, wird bei Dovgan Vital fündig.